Schlägt der OBM eine Erhöhung der Elternbeiträge für die Kitas um 20 Prozent vor, ist die erste Reaktion: Das ist aber ungerecht. Bei genauerem Hinsehen wird aber deutlich, dass die Erhöhung noch viel zu gering ausfällt. Warum ist das so?
Die Elternbeiträge wurden letztmalig im Jahr 2017 erhöht. Von 2017 bis 2025 sind die Einkommen in Sachsen um 40 Prozent gestiegen. Klar, die Lebenshaltungskosten haben sich auch erhöht. Dennoch verbleibt ein Plus von 7 Prozent. Wenn jedoch die Kosten für die Lebenshaltung steigen, dann steigen doch auch in ähnlicher Größenordnung die Kosten für die Kitas. Wer soll denn das bezahlen? Die Allgemeinheit? Sollen etwa deswegen die Zuschüsse für Kultur oder Jugendhilfe oder Sport gekürzt werden? Das wäre ungerecht.
Wenn die Einkommen nominal um 40 Prozent und real um 7 Prozent gestiegen sind, kann man die Kitabeiträge um 40 Prozent erhöhen, und der Anteil, den die Haushalte im Durchschnitt von ihrem Einkommen für Elternbeiträge aufwenden müssen, wäre im Jahr 2027 immer noch geringer als im Jahr 2017.
Warum sollen wir die Gutverdiener immer stärker bei den Kitabeiträgen subventionieren? Ich verstehe das nicht.
Sven Morlok, Stadtrat (FDP)
Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 29. August 2026

