Ein Vorschlaghammer neben einer Person in schwarzer Hose und schwarzen Stiefeln

Der an unterirdisch geführten Debatten nicht arme Stadtrat hat in der letzten Ratsversammlung neue Tiefen erreicht. Die Vorlage „Städtisches Gedenken für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen“ – sprich: Gedenken an Femizide – löste insbesondere bei den Nichtbetroffenen (Männern) schnappreflexhaftes Klugscheißer-Tourette der übelsten Sorte aus.

Für die AfD sprach Frau Hachmeister, die den brillianten Punkt vorbrachte, ob es denn wirklich für
alles ein Denkmal bräuchte – gleichwohl ihre Partei aktuell mehrere Anträge laufen hat, die Gedenken an irgendwelche Männer fordern, die kein Schwein kennt. Als dann noch ein BSW-Stadtrat mit süffisant-paternalen „Nachfragen“ dazwischenredete, war der Damm gebrochen. Von ganz rechts tumultete es nun „Welche Religion?!“, suggerierend, es wären immer die Ausländer, die Frauen töten. Dass die größte Gefahr für Frauen und Mädchen in Deutschland immer noch deutsche Männer sind, wollen und können diese fragilen Elendsgestalten offenbar nicht erkennen. Aber man muss es ihnen nachsehen: Männer sind eben sehr empfindlich und emotional, also zu einer rationalen Debatte gar nicht wirklich in der Lage.

Vielleicht sollten wir ihnen ein Denkmal bauen?
Nein, stimmt: Es braucht ja zum Glück nicht für alles ein Denkmal.

Katharina Subat, Stadträtin (Die PARTEI)

Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 15. August 2026