Bis jetzt ist Stadträtin Katharina Subat (Die PARTEI) im Rathaus nicht durch besondere Olympia-Freundlichkeit aufgefallen. Doch das hat sich geändert. Olympia hat plötzlich einen ganz besonderen Platz in Frau Subats Herzen eingenommen.
Wie sich dies zugetragen hat, und warum Katharina Subat jetzt zum TEAM OLYMPIA gehört, lässt sich in der folgenden Rede nachvollziehen:
Hier die Rede im Volltext zum Nachlesen. Es gilt das versprochene Wort:
Hallo Leipzig,
heute wieder: Olympia.
Sie erwarten nun bestimmt eine miesepeterige Gegenrede, warum Die PARTEI immer nur dagegen ist und meint, dass sei doch alles Geldverschwendung und wer braucht schon Olympia, wenn man auch einfach so unsanierte Schulen haben kann.
Doch an dieser Stelle muss ich Sie enttäuschen.
Denn ich hatte einen Sinneswandel.
Gestern, als ich auf Kosten der Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt beim Dinner zum Conference Cup mitgeholfen habe, die 90.000 Euro aufzuessen – da ist es mir klargeworden.
Ich stand leicht angesäuselt am Büffet, und es kam über mich – sozusagen mein persönliches Damaskuserlebnis: Dort auf der Käseplatte, im Camembert, da sah ich ihn: Heiko Rosenthal erschien mir, in antiker Olympioniken-Robe, und weise lächelnd sprach er zu mir, dass sportliche Großveranstaltungen doch eigentlich eine ganz feine Sache sind, Frau Subat!
Nachdem die kurzzeitige Erblindung verflogen war, da sah ich es.
Ja, es stimmt – Leipzig ist auserkoren, Olympia-Stadt zu werden!
Und wer bin ich, mich gegen diesen göttlichen Ratschluss aufzulehnen?!
Ja, sie alle hatten Recht. Auch ich habe sie jetzt, die olympische Vision. Die Vision von einem Leipzig in Blau, Gelb, Rot, Grün und Schwarz. Ein Farbenmeer des fröhlichen Körperkults. Ein Wettkampf zwischen den Besten der Besten, ausgetragen in all den herrlich sanierten Sportstätten unserer Stadt. Leipzig wird endlich weltberühmt. Nie wieder Connewitzer Molotow-Cocktail, statt dessen für immer olympisches Feuer!
Eine Win-Win-Win Situation für Leipzig, Deutschland und die Welt.
Und ja, natürlich war es kleinkariert von mir, darauf hinzuweisen, dass in dieser Vorlage 86 Millionen Euro stehen, die wir irgendwo aus der klammen Kasse zusammenkratzen müssen. Noch kleinkarierter wäre es, darauf hinzuweisen, dass die Kosten wohl eher bei 135 Millionen liegen werden, wenn man (realistischerweise) nicht 10 sondern 25 Prozent städtischen Eigenanteil an den ganzen Baumaßnahmen annimmt.
Doch was kost‘ die Welt!
Wir müssen uns an dieser Stelle doch wirklich einmal ehrlich machen:
Was will ein 10-jähriger jetzt mit einem Schulsozialarbeiter, wenn er doch in 14 Jahren die schönste Olympiasause aller Zeiten vor der Haustür haben kann?
Ist es nicht viel wichtiger, einen Traum zu haben, der einem irgendwann vielleicht unter Umständen erfüllt wird, als immer auf dem Hier-und-Jetzt herumzureiten?
Was sind 2 Wochen Olympischer Rausch gegen 20 Jahre solider Finanzen?
Wir als Leipzig sollten uns da auch einmal etwas gönnen.
Mich jedenfalls beruhigt es, dass Fraktionen wie die Linke, die Grünen, und die SPD, die sonst immer für so abstrakte Dinge wie „das Soziale“ stimmen, hier eine Ausnahme machen und ganz konkret JA zu Olympia sagen werden. Statt kleingeistiger Sparfuchsigkeit wollen wir, der Stadtrat, dem Kämmerer zurufen:
Mach hoch die Tür, die Tor mach weit!
Nur raus mit den Millionen!
Verkauft das Tafelgold!
Das größte Fest, das Leipzig je gesehen hat steht vor der Tür!
Denn ich bin jetzt auch Team Olympia.
Und ich freue mich schon auf das nächste Dinner.

