Auch ich stand am 17.1. in Connewitz, einem der letzten Stückchen des ehemals „Roten Sachsens“. Als Mitglied der Partei Die PARTEI Leipzig bin ich natürlich über jegliches Protestgeschehen erfreut – das I in PARTEI steht schließlich für basisdemokratische Initiative!
Was allerdings im roten Süden geschah, hat mich doch etwas verwundert. Reißerisch wurde von der Populismuspresse „Linke gegen Linke!“ ausgerufen. Klassenkeile statt Klassenkampf. Und der Keil ging tief rein in Connewitz. Nahostkonflikt im Nächsten Osten.
Man sollte allerdings bei der legitimen Beschäftigung mit so viel Weltpolitik nicht vergessen, das Kommunale im Blick zu behalten. Gibt es doch genug Unheil, dass uns in Leipzig droht. Beiläufig erwähnte der OBM Jung beim Neujahrsfest der Deutschen Bank: Das Defizit der Stadt ist jetzt bei 280 Mio. Euro (im Dezember waren es noch 250). Die Kulturbetriebe ächzen, die sozialen Träger ebenso, „Haushaltssperre“ dröhnt es überall.
Dabei ist das Üben (friedlicher) Demonstrationen sicher hilfreich. Es dauert nicht mehr lang, und die ersten Haushaltsverhandlungen beginnen – und es wird deprimierend werden. Wenn dann der Kahlschlag losgeht, wird Leipzig eine geeinte und schlagfertige Protestkultur noch gut gebrauchen können.
Katharina Subat, Stadträtin (Die PARTEI)
Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 31. Januar 2026

