So manche Bündnisse lassen mich staunen. Zum Beispiel im Geschichtsunterricht, als es um den Hitler-Stalin-Pakt ging. Oder als Bushido einen Song mit Karel Gott aufgenommen hat. Oder eben: CDU-Fraktionschef Weickert und Linke-Fraktionschefin Riekewald im Leipziger Stadtrat.

In der vergangenen Sitzung hat sich der Stadtrat mit unserem Antrag „Einkommensabhängige Anpassung der Kitabeiträge“ beschäftigt. Es gab breite Zustimmung zur Idee, OBM Jung möge sich in Dresden für ein Gesetz stark machen, das den Kommunen erlaubt, die Beiträge flexibel festzusetzen. Doch nicht unsere Idee, sondern besagter CDU-Linke-Änderungsantrag hatte zu dollen Diskussionen geführt. Kleine Erinnerung: Die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linken, Stichwort „SED-Nachfolgepartei“. Nun aber hatten sich Riekewald und Weickert sozusagen unter dem Schwarz-Roten Banner versammelt und verkündeten Visionäres. Der OBM möge nicht nur in Dresden, nein, gleich in Berlin soll er sich für radikale Änderungen in der Kindergeldvergabe einsetzen. Na da. Ihr Antrag aber wurde abgelehnt. Jetzt bitte nicht falsch verstehen: Ich wünsche den Partisaninnen im Stadtrat alles erdenklich Gute! Unser Antrag ist übrigens erfolgreich durchgegangen. Premiere für Die Freie Fraktion. Hurra!

Katharina Subat, Stadträtin (Die PARTEI)
Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 06. Dezember 2025