Die Arena am Panometer (Richard-Lehmann-Straße) bot als „Sommerbühne am Panometer“ fünf Jahre lang über den Sommer ein breites Kulturprogramm sowohl für Leipzigerinnen und Leipziger als auch für Touristinnen und Touristen.
Wir fragen hierzu an:
1. Wird das zweite ehemalige Gasometer nicht mehr für Open Air zur Verfügung stehen, und wenn ja, warum nicht?
Beide Gasometer befinden sich auf dem Grundstück der Leipziger Stadtwerke und wurden ab 2005 im Zuge der Entwicklung des Panometers an Herrn Asisi langfristig vermietet. 2009 übernahm die Panometer GmbH auch den kleinen Gasometer als offene Veranstaltungsstätte. Im Jahr 2025 kamen beide Vertragspartner überein, dass ab Sommer 2025 der kleine Gasometer wieder vollständig in den Verantwortungsbereich der Leipziger Stadtwerke übergeht.
Die Leipziger Stadtwerke nehmen an deren in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Unternehmensstandort Süd-Ost derzeit Baumaßnahmen vor, welche Beeinträchtigungen im Umfeld (u.a. Anfahrt und Lagerplatz für Baustoffe, Sanierung angrenzender Gebäude) des „kleinen“ Gasometers zur Folge haben.
Darüber hinaus wird eine Anpassung des Perimeterschutzes sowie eine Integration des kleinen Gasometers in das neue Standortkonzept der Leipziger Stadtwerke geprüft. Maßgebliche Faktoren sind hierbei die erforderlichen Voraussetzungen für den Betrieb kritischer Energieinfrastruktur.
Aus benannten Gründen wird das „kleine“ Gasometer in den Jahren 2025 und 2026 daher nicht für externe Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
2. Ab wann wäre die Nutzung der Fläche dann nicht mehr möglich?
Die Fläche steht bereits aktuell nicht mehr für Veranstaltungen zur Verfügung. Es wird hierzu auf die Ausführungen unter Punkt 1 verwiesen.
3. Welche alternativ geeigneten Flächen gibt es für derartige Veranstaltungen wie beispielsweise am Nordstrand (Cospudener See), im Mariannenpark oder auf dem Gleisdreieck?
Aufgrund fehlender Rettungswegbreiten konnten in der bisherigen Sommerbühne am Panometer nur Veranstaltungen für bis zu 500 Personen durchgeführt werden. Ähnlich kleine Open-Air-Flächen gibt es an verschiedenen Livemusikspielstätten und Musikclubs in Leipzig (z. B. Conne Island, Moritzbastei, Tanklager West, Westhafen).
Theoretisch können auch die städtischen Veranstaltungsflächen für nichtkommerzielle Open-Air-Kulturveranstaltungen (www.leipzig.de/open-airs/) gegen eine höhere Sondernutzungsgebühr für Zwecke mit Gewinnerzielungsabsicht genutzt werden, jedoch ist dies in der Praxis wenig praktikabel, weil auf diesen Flächen keine Veranstaltungsinfrastruktur zur Verfügung steht und diese nach jeder Veranstaltung im Sinne des Gemeingebrauchs der Grünfläche komplett beräumt werden müssten. Dies gilt auch für den Mariannenpark
Regelmäßige kommerzielle Open-Air-Veranstaltungen können momentan auf der Parkbühne Geyserhaus (bis 2.000 Personen), im Täubchenthal Außenbereich (bis 2.000 Personen), der Parkbühne im Clara-Zetkin-Park (bis 3.000 Personen), gelegentlich in der Red Bull Arena (bis 45.0000 Personen) und auf der Festwiese Leipzig (bis 70.000 Personen) stattfinden.
In Leipzig gibt es jedoch keine festen Open-Air-Spielstätten für ca. 5.000 Besuchende. Die fehlende Infrastruktur führt dazu, dass in der Open-Air-Saison z. B. weniger mittelgroße Rock-, Pop-, Indie- und Metal-Bands auf Leipziger Open-Air-Bühnen auftreten.
Flächen wie der Nordstrand am Cospudener See und das Motodrom im Auwald stehen aufgrund naturschutzrechtlicher Belange nicht für regelmäßige Open-Air-Veranstaltungen zur Verfügung. Bevor auf dem Gleisdreieck Open-Air-Veranstaltungen stattfinden können, müssten diese durch den momentan in Erarbeitung befindlichen Bebauungsplan ermöglicht werden und die Erschließung des Geländes sichergestellt werden.
4. Zu welchen Modalitäten wären diese Flächen für Veranstaltungen verfügbar?
Die Nutzungsmodalitäten für bestehende Veranstaltungsflächen sind mit den jeweiligen Pächter/-innen oder Eigentümer/-innen zu klären. Bzgl. der Nutzungsmodalitäten der in Frage 3 konkret benannten Flächen sei hier auf die Ausführungen unter Punkt 3 verwiesen.

