Die CDU hat neulich einen Antrag vorgelegt, um den feuchten Traum von Olympia in Leipzig ein Stückchen mehr in trockene Tücher zu bringen. Und ganz besonders: in IHRE Tücher.

Es ist doch putzig, wie die großen Parteien jetzt schon am Hecheln sind, wenn es um den ersten Platz auf dem „WIR haben Olympia nach Leipzig geholt“-Treppchen geht. Geht es um internationale Sichtbarkeit und die Ausschlachtung derselben für die eigene politische Reputation, dann ist die Einbildungskraft offenbar unendlich.

Zuletzt sprach die CDU noch an anderer Stelle von „unpopulären Entscheidungen“ die man treffen, und „Verantwortung“, die man übernehmen müsse. Ich sage: Die „unpopuläre Entscheidung“ ist die Entscheidung FÜR Olympia!

Denn ein Bürgerinnenentscheid zur Olympia-Teilnahme fand nicht statt.

Und wie war das mit „Verantwortung übernehmen“? Statt sich um die Grundlagen eines guten Zusammenlebens zu kümmern, wird einem der weltweit korruptesten Konzerne, dem IOC, der Hof gemacht. Als könne man mit dem „Guten Ruf Deutschlands in der Welt“ auch nur eine einzige Schule sanieren.

Das hat offenbar auch die CDU eingesehen und ihren populistischen Antrag in der Stadtratssitzung ganz unpopulistisch: zurückgezogen. Immerhin ein gutes Vorbild für die Olympiabewerbung.

Katharina Subat, Stadträtin (Die PARTEI)
Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 11. Oktober 2025