Als Stadträtin einer Fraktion hat man die tolle Möglichkeit, an Delegiertenreisen teilzunehmen. Meine erste verschlug mich nun nach Hannover zum Deutschen Städtetag.

So fuhr ich dann mit den Christdemokraten, Sozialdemokraten, demokratischen Sozialisten – und leider auch den Undemokraten – in die Landeshauptstadt von Niedersachsen. Der Deutsche Städtetag dient dazu, den Kommunen das Gefühl zu geben, eine große, tolle kommunale Familie zu sein und gemeinsam gegen den Bundestag Stellung zu beziehen. Denn die Kommunen sind ja nun mal die ausführenden Kräfte in unserer Demokratie. Anscheinend war das für den frisch gewählten Friedrich Merz kein Grund, sich zu zeigen. Das hatte sogar Olaf Scholz zum Städtetag 2023 hinbekommen, aber er war ja auch nicht der Kanzler der zweiten Wahl.

Nur was ist nun eigentlich die Quintessenz, die ich vom Deutschen Städtetag mitnehme? Zum einen bin ich jetzt richtig angekommen im Amt. Stichwort: Völlerei auf Kosten des Staates. Zum anderen habe ich die Delegierten aus den anderen Fraktionen besser kennengelernt. Und wer hätte es gedacht: Es sind auch nur Menschen. Ob ich daraus Hoffnung schöpfe? Wahrscheinlich nur kurz.

Katharina Subat (Die PARTEI), Stadträrin
Veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Leipzig am 24. Mai 2025